Carola Stern - Doppelleben 

Carola Sterns Leben beginnt als Erika Assmus. Das ist ihr Geburtsname. Sie wächst bei ihrer früh verwitweten Mutter im Badeort Ahlbeck auf, und wird in  der Nazizeit begeisterte Jungmädelführerin. In den Wirren des Krieges flüchtet sie 1945 nach Bleicherode in den Harz wo sie für das dortige  Raketenforschungsinstut arbeitet.  

Eines Tages meldet sich bei ihr ein Amerikaner, "Mister Becker", und versucht sie als Informantin anzuwerben. Er bietet ihr beste medizinische Versorgung für ihre krebskranke Mutter, wenn sie ihn im Gegenzug mit politischen Informationen versorgt. Auf seinen Wunsch besucht sie dann auch die SED-Parteihochschule und tritt dort als Jungkommunistin in Erscheinung, um möglichst bald als Parteimitglied Zugriff auf brisante Unterlagen zu erhalten. Doch durch eine Denunziation fliegt ihre Spionagetätigkeit auf, und  nur durch einen Bluff gelingt es ihr in letzter Sekunde zu fliehen. Sie zieht nach West-Berlin. Dort wird sie Assistentin am Institut für Politische Wissenschaft der FU, und veröffentlicht einige Artikel in einer politischen Zeitschrift. Als sich die Anzeichen für eine Überwachung ihrer Person mehren und sogar eine Entführungsdrohung bei ihr eingeht, beschließt sie, unter Pseudonym zu schreiben und nimmt den Namen Carola Stern an, den sie auch über ihre Autorentätigkeit hinaus bis heute trägt. Carola Stern wird SPD-Mitglied und profiliert sich als politische Kommentatorin. Sie heiratet Heinz Zöger, einen Kommunisten, der wegen politischer Verfolgung aus der DDR in den Westen geflüchtet ist. Mit ihm lebt sie in Köln, und arbeitet dort für den WDR. Nach der Wende zieht sie mit ihrem Mann zurück nach Berlin.

"Carola Stern - Doppelleben" dokumentiert am Beispiel eines persönlichen Schicksals  auch die Geschichte der Suche nach einer deutschen Identität. Der Film reflektiert die bewegte Biografie dieses Landes ebenso wie die Geschichte seiner Protagonistin.

Hintergrund

Ausgehend von dem Bestseller "Doppelleben. Eine Autobiografie" verbindet Thomas Schadt in seinem Doku-Drama Spielszenen und Interviewsequenzen mit Carola Stern, um ihre Lebensgeschichte zu erzählen.

Cast

Erika Asmus/Carola Stern (jung) Maria Simon
Carola Stern (alt) Renate Krößner
Heinz Zöger Uwe Kockisch
Fritz Felix Eitner
Ernst Richert Burghart Klaußner
Eka (Kind) Amelie Litwin
Mutter Ella Petra Zieser
Mr. Becker August Zirner

Crew

Produzent Nico Hofmann
Producer Christian Rohde
Redaktion Bettina Reitz (BR), Helga Poche (WDR)
Regie Thomas Schadt
Kamera Holly Fink
Drehbuch Gabriela Sperl
Casting Uljana Havemann
Szenenbild Thomas Stammer
Kostüm Judith Holste
Maske Heike Merker, Henny Zimmer
Schnitt Stefan Krumbiegel
Ton Andreas Mücke-Niesytka
Herstellungsleitung Mathias Schwerbrock
Produktionsleitung Sebastian Werninger

Auszeichnungen

2004 Deutscher Fernsehpreis

Beste Kamera / Holly Fink

2004 Fernsehfilmfestival Baden-Baden

Sonderpreis der Jury für herausragende darstellerische Leistungen / Maria Simon

Themenverwandte Filme: